| Gedenkdienstbuch
 
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von GEDENKDIENST im Jahr 2002 wurde im Rahmen der internationalen Tagung „Vermächtnis Holocaust“ der Sammelband „Jenseits des Schlussstrichs. Gedenkdienst im Diskurs über Österreichs nationalsozialistische Vergangenheit“ veröffentlicht. Neben Beiträgen ehemaliger Gedenkdienstleistender kommen in diesem Band ZeiteugInnen und international anerkannte WissenschafterInnen zu Wort. Das Buch wurde mit dem Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das politische Buch 2002 ausgezeichnet.
Buchdaten: Martin Horváth, Anton Legerer, Judith Pfeifer, Stephan Roth (Hg.): Jenseits des Schlussstrichs. Gedenkdienst im Diskurs über Österreichs nationalsozialistische Vergangenheit. Löcker Verlag 2002. 335 S.
Pesserezensionen
Im vorliegenden Band legen die Herausgeber die Zusammenschau einer noch immer notwendigen Debatte vor. Die Beiträge internationaler Wissenschafter, Politiker, Überlebender und Absolventen des Gedenkdienstes reichen von der „Schlussstrich“-Debatte über die Beteiligung Österreichs an den Verbrechen, die Berichte der Zeitzeugen bis hin zum Stand der Forschung und der pädagogischen Umsetzung ihrer Resultate. Gemeinsames Anliegen ist es, eine Gedenkkultur zu entwickeln, welche die Bezeichnung wirklich verdient. Die Zugänge sind unterschiedlich, Interviews, Erinnerungen der Überlebenden, historische und sozialpsychologische Untersuchungen - etwa zu Phänomenen wie dem Mitläufertum - wechseln einander ab. Eine Pflichtlektüre. Der Standard
Mittlerweile sind über 140 junge Österreicher und Österreicherinnen in 14 Ländern unterwegs gewesen, haben geforscht, gefragt, archiviert, Interviews geführt und abgetippt. Ihre Erfahrungen, ihre manchmal verstörenden Eindrücke, auch ihre Erfolgserlebnisse haben sie zusammengeschrieben und in vorliegendes Buch gepackt. Es ist allen, die nicht einfach „Schwamm drüber“ sagen oder von der „Gnade der späten Geburt“ faseln, zur Lektüre nachdrücklich empfohlen. Denn die Gespräche und Interviews mit Überlebenden, die Statements und Aufsätze der engagierten GedenkdienerInnen vermitteln ein erfreuliches Bild des anderen, des aufgeklärten Österreich. Fazit: Ein Buch, das in jeden zeitgeschichtlichen Unterricht gehört. Und in jede Handbibliothek. Leseempfehlung! Buchkultur
Vier aus dem Umfeld des Gedenkdienstes stammende Herausgeber nahmen das heurige 10-jährige Bestandsjubiläum des Vereins Gedenkdienst zum Anlass für eine ausführliche Diskussion über die Bedeutung von Nationalsozialismus und Holocaust für Nachgeborene. Das Besondere an dem Band ist, dass Herausgeber und Autoren sich der Introspektive stellen, dass nicht der Umgang anderer mit dem historischen Erbe von Nationalsozialismus und Holocaust, sondern der erstmals eigene kollektive Umgang – die Selbstreflexion – im Vordergrund steht. Illustrierte Neue Welt
Der Buchbeitrag „Fortsetzung folgt“ zeigt, dass ein beträchtlicher Teil der GedenkdienerInnen auch nach dem Ende ihres Einsatzes mit Leidenschaft dem Betätigungsfeld treu geblieben ist und mit einer Fülle von Aktivitäten, Buchpublikationen und Ausstellungen das Anliegen der Erinnerungsarbeit verfolgt. DÖW-Mitteilungen
Geschichte in die Hand nehmen
Vor 11 Jahren wurde in Österreich der Verein „Gedenkdienst“ gegründet. Die Enkel und Urenkel jener, die während der Nazi-Zeit Täter waren, Opfer waren, Mitläufer oder stumme Zuschauer, wollten wissen, Schweigen durchbrechen, Nebel lichten. Eine Initiative, deren erstes Resümee nunmehr in Buchform vorliegt: „Jenseits des Schlussstrichs“, Gedenkdienst im Diskurs über Österreichs nationalsozialistische Vergangenheit. Was brachte junge Menschen dazu, statt sechs Monate beim Bundesheer herunterzubiegen, 14 Monate in Forschungsprojekten zu arbeiten, in Gedenkstätten, in Archiven, und das unter höchst bescheidenen finanziellen Bedingungen? Möglicherweise steckt darin die Antwort: Einer der Mitherausgeber, Martin Horváth, ist während seiner Arbeit am Leo-Baeck-Institute in New York nicht ganz zufrieden mit seiner Tätigkeit, fragt und hinterfragt, bis er zum Schluss kommt, es geht nicht darum, „ob man sich als ’Nicht-Jude’ mit dem ’Judentum’ beschäftigte, sondern darum, sich als Österreicher mit österreichischer Geschichte auseinander zu setzen.“ Also Aufklärungsarbeit zu leisten über den heimischen Anteil an Nationalsozialismus, Rassismus, Holocaust. Mittlerweile sind über 140 junge Österreicher und Österreicherinnen (Frauen können diesen Dienst auf freiwilliger Basis tun) in 14 Ländern unterwegs gewesen, haben geforscht, gefragt, archiviert, Interviews geführt und abgetippt. Ihre Erfahrungen, ihre manchmal verstörenden Eindrücke, auch ihre Erfolgserlebnisse haben sie zusammengeschrieben und in vorliegendes Buch gepackt. Es ist dem Verlag hoch anzurechnen, dass er sich zur Herausgabe dieses eminent wichtigen Bandes entschloss. Und es ist allen, die nicht einfach „Schwamm drüber“ sagen oder von der „Gnade der späten Geburt“ faseln, zur Lektüre nachdrücklich empfohlen. Denn die Gespräche und Interviews mit Überlebenden, die Statements und Aufsätze der engagierten GedenkdienerInnen vermitteln ein erfreuliches Bild des anderen, des aufgeklärten Österreich.
Fazit: Ein Buch, das in jeden zeitgeschichtlichen Unterricht gehört. Und in jede Handbibliothek. Leseempfehlung! NJ 
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