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Gedächtnis-Verlust?


Gedächtnis-Verlust?

Geschichtsvermittlung und -didaktik in der Mediengesellschaft

Linda Erker / Klaus Kienesberger / Erich Vogl / Fritz Hausjell (Hrsg.)

 

Linda Erker, Klaus Kienesberger, Erich Vogl, Fritz Hausjell (Hrsg.): Gedächtnis-Verlust? Geschichtsvermittlung und -didaktik in der Mediengesellschaft. Öffentlichkeit und Geschichte, 6 Köln: Herbert von Halem Verlag. 2013.

 

Die Frage nach der Vermittlung von Geschichte ist zu einer zentralen Frage der Geschichtswissenschaft und -didaktik geworden. Darüber hinaus wenden sich auch verwandte Wissenschaften wie z.B. die Kommunikationsgeschichte verstärkt diesen Fragestellungen zu.

 

Im Band Gedächtnis-Verlust? werden einerseits die aktuellen Ansätze und Positionen von Geschichtsvermittlung und Geschichtsdidaktik diskutiert, andererseits wird konkret darauf eingegangen, wie Geschichtsvermittlung auf praktische Herausforderungen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse reagieren kann. Dies betrifft insbesondere Fragen nach den Möglichkeiten, Grenzen und Chancen der Vermittlung von Holocaust und Nationalsozialismus in der Jugend und Erwachsenenbildung.

 

Das Buch basiert auf den Ergebnissen der Tagung Gedächtnis-Verlust? Geschichtsvermittlung- und -didaktik in der Mediengesellschaft 2011 in Wien und betont vor allem die interdisziplinären Herausforderungen aus theoretischer und praktischer Perspektive. Dabei geht es in erster Linie um Schnittstellenarbeit zwischen historischer Kommunikation und der Kommunikation des Historischen bis hin zu neuen Ansätzen historisch-politischen Lernens.

 

Die Publikation wendet sich an WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen, aber selbstverständlich auch an PraktikerInnen aus Vereinen, Schulen und Institutionen der historisch-politischen Bildung. Erinnerungsinitiativen, Studierende, politische VertreterInnen und andere MultiplikatorInnen sollen sich angesprochen fühlen. Sowohl die Tagung als auch der Band entstanden in einer Kooperation zwischen dem Verein GEDENKDIENST und dem Arbeitskreis für historische Kommunikationsforschung.

 

 

 

Die HerausgeberInnen:

Linda Erker: Mag.a, Studium der Geschichte in Wien und Berlin, derzeit Assistentin in Ausbildung am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, stv. Obfrau des Vereins GEDENKDIENST, Konzept und Mitorganisation der Tagung "Gedächtnis-Verlust?!, Dissertationsprojekt im Bereich der Zeitgeschichte: "Gesäuberte" Hochschulen. Die Universitäten Wien und Madrid im Faschismus, Forschungsschwerpunkte: Vergleichende Faschismusforschung, Wissenschaftsgeschichte, Historisch-Politische Bildung, Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert.

 

Fritz (Friedrich) Hausjell, Univ.-Prof. Dr., Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften am gleichnamigen Institut der Universität Wien, ab 2008 wissenschaftlicher Leiter von "NachRichten. Österreich in der Presse: Sammeledition vom Anschluss zur Befreiung 1938-45", seit 2008 Präsident der "Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung", seit 2009/10 regelmäßiger Mitarbeiter bei "Zeitzeugen. Sammeledition: Die Presse in der Zeit des Nationalsozialismus", Mitherausgeber der Zeitschriften medien & zeit sowie Rundfunk und Geschichte, Forschungsschwerpunkte: Medien- und Kommunikationsgeschichte (v.a. NS-Herrschaft, Zweite Republik), Journalismusforschung, Medien- und Kommunikationspolitik.

 

Erich Vogl, Dr., Studium der Kommunikationswissenschaft und Geschichte in Wien, Dissertation über Literarischen Journalismus und die Zeitung, Journalist bei der Tageszeitung KURIER, zur Zeit tätig im Ressort für Investigative Recherche, zudem externer Lehrbeauftragter an der Universität Wien und Mitarbeiter der Zeitschrift medien & zeit.

  

Klaus Kienesberger, Mag., Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften sowie Politikwissenschaft in Wien mit historischem Schwerpunkt, wissenschaftlicher Leiter der Ausstellung unSICHTBAR - widerständiges im salzkammergut im Rahmen der oberösterreichischen Landesausstellung 2008, Mitarbeiter der Zeitschrift medien & zeit, Konzept und Mitorganisation der Tagung "Gedächtnis-Verlust?", Forschungsschwerpunkte: Widerstand und Widerstandrezeption, Beziehungen Österreich-DDR.

 

 

mit Beiträgen von: Wolfgang Duchkowitsch, Linda Erker, Gaby Falböck, Eva Maria Gajek, Ines Garnitschnig, Verena Haug, Fritz Hausjell, Till Hilmar, Klaus Kienesberger, Lukas Meissel, Wolfgang Meseth, Angelika Meyer, Bert Pampel, Horst Pöttker, Oliver Rathkolb, Erich Vogl, Barbara von der Lühe, Moshe Zuckermann.

 

Nähere Informationen zur Publikation sowie das Inhaltsverzeichnis zum Download finden Sie online unter: www.halem-verlag.de/2013/gedachtnisverlust/.

 

Eine kurze Buchbesprechung finden Sie hier.

 

Rezension über das Buch, erschienen in Medien&Kommunikationswissenschaft

 

Rezension über das Buch, erschienen in MEDIENwissenschaft: Rezensionen ׀ Reviews finden Sie online unter: archiv.ub.uni-marburg.de/ep/0002/article/view/5825/5689

 

 

 


Tatort: Versöhnung


Aktion Sühnezeichen in der BRD und in der DDR und Gedenkdienst in

von Anton Legerer

 

Versöhnung – ein schwer fassbares, ursprünglich der Auseinandersetzung mit dem jüdischen Gott entstammendes Ritual – findet in den deutschen Nachfolgestaaten des Dritten Reiches und in Österreich konkrete Umsetzung: Die Aktion Sühnezeichen bzw. Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in der BRD (1958) und DDR (1961) sowie Gedenkdienste in Österreich (1992) bieten Plattformen für zwischenmenschliche und symbolische Versöhnungshandlungen zwischen den Nachkommen in den Tätergesellschaften und Betroffenen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik und deren Nachkommen.


zum Autor:

Anton Legerer, Dr. phil., Jahrgang 1966, Gedenkdienst in Washington 1993/94, studierte Philosophie, Publizistik und Kommunikationswissenschaft sowie Psychologie in Wien und wurde an der Abteilung für Geschichte und Kulturgeschichte des Europäischen Hochschulinstitutes Florenz promoviert. Legerer ist als Psychologe und Zeithistoriker, Publizist und Lehrbeauftragter im Gesundheitswesen in Wien tätig. Er erhielt den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2003 für die Mitherausgabe von »Jenseits des Schlussstrichs«.

 

Legerer, Anton: Tatort: Versöhnung. Aktion Sühnezeichen in der BRD und in der DDR und Gedenkdienst in Österreich. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt. 2011

 

 

 

 


Ort, Subjekt, Verbrechen


Seit vielen Jahren ist der Verein GEDENKDIENST im Feld der historisch-politischen Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus aktiv. Darin zählt eine Auseinandersetzung mit Geschichte, die beim Individuum selbst beginnt. Demokratie ist hier weniger als das Ergebnis der Bildungsarbeit zu denken, sondern in erster Linie als ihre Voraussetzung.

 

 

 

Im 21. Jahrhundert stehen wir damit vor neuen Herausforderungen. Geschichtsbezüge haben sich in der österreichischen Migrationsgesellschaft ausdifferenziert, eine neue Generation von Vermittler_innen entwickelt vielschichtige Ansätze einer geschlechtersensiblen und multiperspektivischen Gedenkstättenarbeit. Ausgehend von Studienfahrten und Bildungsprogrammen des Vereins GEDENKDIENST stellt dieser Band die Möglichkeiten historisch-politischer Bildung an Erinnerungsorten vor. Welches Potential hat die Arbeit an historischen Orten? Wie ist mit dem Spannungsfeld zwischen kritischer Aufarbeitung der Vergangenheit und Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus umzugehen? Welche Arbeitsgrundsätze sind für Vermittler_innen bei diesem Thema zu beachten? Der Band vereint gedächtnistheoretische und pädagogische Perspektiven, schlägt didaktische Herangehensweisen zu Themen wie Täter_innenschaft und Widerstand vor und strebt eine prozessorientierte Reflexion der Bildungsarbeit selbst an. Mit Beiträgen von Matthias Heyl, Barbara Thimm, Astrid Messerschmidt, Gottfried Kössler, u.v.a.

 

Hilmar, Till: Ort, Subjekt, Verbrechen. Koordinaten historisch-politischer Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus. Wien: Czernin 2010.

 

Neuerscheinung Winter 2010 | Preis: 19,80€ | Softcover | www.czernin-verlag.com

 

Zum Inhaltsverzeichnis des Buches 

 

 

Buchpräsentation: 31. Jänner 2011, 19 Uhr, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

 

Geh Denken!-Spezial:

Die „Pädagogisierung“ der Erinnerung? Diskussionsveranstaltung mit Heidemarie Uhl (Österr. Akademie der Wissenschaften), Nora Sternfeld (Büro trafo.K), Florian Wenninger (Universität Wien), Till Hilmar (GEDENKDIENST).

 

Die Veranstaltung ist zugleich die Buchpräsentation des neuen GEDENKDIENST-Sammelbandes: Hilmar, Till (Hg.): Ort, Subjekt, Verbrechen. Koordinaten historisch-politischer Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus, Wien: Czernin 2010.

 

Vor 66 Jahren wurde Auschwitz befreit. Heute ist der Ort ein Ort des Gedenkens, des Tourismus und ein Ort, an dem „gelernt“ werden soll. Das „Lehren der Vergangenheit“ entwickelt sich zunehmend zur Fachdisziplin, die viele Fehler des Schulunterrichts auf diesem Gebiet aufdeckt. Muss aber die Vergangenheit erst didaktisch aufbereitet werden, um zugänglich zu sein? Inwiefern kann Pädagogik hier eine individuelle Auseinandersetzung mit Geschichte fördern, inwiefern wird sie zur Selbstläufer_in?

 

 

 

 


Gedenkdienstbuch


Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von GEDENKDIENST im Jahr 2002 wurde im Rahmen der internationalen Tagung „Vermächtnis Holocaust“ der Sammelband „Jenseits des Schlussstrichs. Gedenkdienst im Diskurs über Österreichs nationalsozialistische Vergangenheit“ veröffentlicht. Neben Beiträgen ehemaliger Gedenkdienstleistender kommen in diesem Band Zeiteug_innen und international anerkannte Wissenschafter_innen zu Wort. Das Buch wurde mit dem Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das politische Buch 2002 ausgezeichnet.

 

Buchdaten: Martin Horváth, Anton Legerer, Judith Pfeifer, Stephan Roth (Hg.): Jenseits des Schlussstrichs. Gedenkdienst im Diskurs über Österreichs nationalsozialistische Vergangenheit. Löcker Verlag 2002. 335 S.

 

Pesserezensionen

Im vorliegenden Band legen die Herausgeber die Zusammenschau einer noch immer notwendigen Debatte vor. Die Beiträge internationaler Wissenschafter, Politiker, Überlebender und Absolventen des Gedenkdienstes reichen von der „Schlussstrich“-Debatte über die Beteiligung Österreichs an den Verbrechen, die Berichte der Zeitzeugen bis hin zum Stand der Forschung und der pädagogischen Umsetzung ihrer Resultate. Gemeinsames Anliegen ist es, eine Gedenkkultur zu entwickeln, welche die Bezeichnung wirklich verdient. Die Zugänge sind unterschiedlich, Interviews, Erinnerungen der Überlebenden, historische und sozialpsychologische Untersuchungen - etwa zu Phänomenen wie dem Mitläufertum - wechseln einander ab. Eine Pflichtlektüre.
Der Standard


Mittlerweile sind über 140 junge Österreicher und Österreicherinnen in 14 Ländern unterwegs gewesen, haben geforscht, gefragt, archiviert, Interviews geführt und abgetippt. Ihre Erfahrungen, ihre manchmal verstörenden Eindrücke, auch ihre Erfolgserlebnisse haben sie zusammengeschrieben und in vorliegendes Buch gepackt. Es ist allen, die nicht einfach „Schwamm drüber“ sagen oder von der „Gnade der späten Geburt“ faseln, zur Lektüre nachdrücklich empfohlen. Denn die Gespräche und Interviews mit Überlebenden, die Statements und Aufsätze der engagierten GedenkdienerInnen vermitteln ein erfreuliches Bild des anderen, des aufgeklärten Österreich. Fazit: Ein Buch, das in jeden zeitgeschichtlichen Unterricht gehört. Und in jede Handbibliothek. Leseempfehlung!
Buchkultur


Vier aus dem Umfeld des Gedenkdienstes stammende Herausgeber nahmen das heurige 10-jährige Bestandsjubiläum des Vereins Gedenkdienst zum Anlass für eine ausführliche Diskussion über die Bedeutung von Nationalsozialismus und Holocaust für Nachgeborene. Das Besondere an dem Band ist, dass Herausgeber und Autoren sich der Introspektive stellen, dass nicht der Umgang anderer mit dem historischen Erbe von Nationalsozialismus und Holocaust, sondern der erstmals eigene kollektive Umgang – die Selbstreflexion – im Vordergrund steht.
Illustrierte Neue Welt

 

Der Buchbeitrag „Fortsetzung folgt“ zeigt, dass ein beträchtlicher Teil der GedenkdienerInnen auch nach dem Ende ihres Einsatzes mit Leidenschaft dem Betätigungsfeld treu geblieben ist und mit einer Fülle von Aktivitäten, Buchpublikationen und Ausstellungen das Anliegen der Erinnerungsarbeit verfolgt.
DÖW-Mitteilungen


Geschichte in die Hand nehmen

Vor 11 Jahren wurde in Österreich der Verein „Gedenkdienst“ gegründet. Die Enkel und Urenkel jener, die während der Nazi-Zeit Täter waren, Opfer waren, Mitläufer oder stumme Zuschauer, wollten wissen, Schweigen durchbrechen, Nebel lichten. Eine Initiative, deren erstes Resümee nunmehr in Buchform vorliegt: „Jenseits des Schlussstrichs“, Gedenkdienst im Diskurs über Österreichs nationalsozialistische Vergangenheit.
Was brachte junge Menschen dazu, statt sechs Monate beim Bundesheer herunterzubiegen, 14 Monate in Forschungsprojekten zu arbeiten, in Gedenkstätten, in Archiven, und das unter höchst bescheidenen finanziellen Bedingungen?
Möglicherweise steckt darin die Antwort: Einer der Mitherausgeber, Martin Horváth, ist während seiner Arbeit am Leo-Baeck-Institute in New York nicht ganz zufrieden mit seiner Tätigkeit, fragt und hinterfragt, bis er zum Schluss kommt, es geht nicht darum, „ob man sich als ’Nicht-Jude’ mit dem ’Judentum’ beschäftigte, sondern darum, sich als Österreicher mit österreichischer Geschichte auseinander zu setzen.“ Also Aufklärungsarbeit zu leisten über den heimischen Anteil an Nationalsozialismus, Rassismus, Holocaust.
Mittlerweile sind über 140 junge Österreicher und Österreicherinnen (Frauen können diesen Dienst auf freiwilliger Basis tun) in 14 Ländern unterwegs gewesen, haben geforscht, gefragt, archiviert, Interviews geführt und abgetippt. Ihre Erfahrungen, ihre manchmal verstörenden Eindrücke, auch ihre Erfolgserlebnisse haben sie zusammengeschrieben und in vorliegendes Buch gepackt. Es ist dem Verlag hoch anzurechnen, dass er sich zur Herausgabe dieses eminent wichtigen Bandes entschloss.
Und es ist allen, die nicht einfach „Schwamm drüber“ sagen oder von der „Gnade der späten Geburt“ faseln, zur Lektüre nachdrücklich empfohlen. Denn die Gespräche und Interviews mit Überlebenden, die Statements und Aufsätze der engagierten GedenkdienerInnen vermitteln ein erfreuliches Bild des anderen, des aufgeklärten Österreich.

Fazit: Ein Buch, das in jeden zeitgeschichtlichen Unterricht gehört. Und in jede Handbibliothek. Leseempfehlung!
NJ